
Verschiedene Sozialverbände in Siegen-Wittgenstein kritisieren eine verschärfte Abschiebepraxis gegenüber jungen Geflüchteten. Nach ihren Angaben werden zunehmend sogenannte unbegleitete minderjährige Ausländer abgeschoben, sobald sie volljährig werden. Viele von ihnen leben seit Jahren im Kreis, besuchen Schulen oder absolvieren eine Ausbildung. Mit dem 18. Geburtstag verlieren einige aber ihre Perspektive, in Deutschland zu bleiben. Nach Einschätzung von Fachkräften vor Ort droht bis zu 200 jungen Geflüchteten bei uns die Abschiebung. Ein Beispiel ist Saed. Er floh aus Somalia über die Türkei und Griechenland nach Deutschland und macht derzeit eine Ausbildung in der Pflege – trotzdem droht ihm die Abschiebung. Vertreter der Jugendhilfe sprechen von strengen Behördenentscheidungen und fordern mehr Planungssicherheit sowie langfristige Perspektiven für gut integrierte junge Menschen. Davon profitiere auch die Gesellschaft, sagt z.B. Felix Dornhöfer vom Paritätischen: