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NRW-Ministerprräsident Wüst mit zahlreichen Sportlerinnen und Sportlern
© Land NRw / Marcel Kusch
NRW-Ministerpräsident Wüst: "Was für eine Klarheit, was für ein breites Bürgervotum für Olympia bei uns in Nordrhein-Westfalen."
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Olympia-Bewerbung aus NRW nimmt nächste Hürde

Nach dem klaren Ja aus 16 von 17 Städten kann Nordrhein-Westfalen seine Olympia-Bewerbung vorantreiben. Doch bis zu einer möglichen Vergabe der Spiele sind noch mehrere entscheidende Schritte nötig.

Veröffentlicht: Montag, 20.04.2026 07:21

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DOSB erwartet offizielle Bewerbung aus NRW

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Nach den Bürgerentscheiden werden die Ergebnisse nun vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) ausgewertet – dort zeigt man sich bereits zufrieden mit dem Rückenwind aus NRW. Bis zum 4. Juni muss die Region Köln-Rhein/Ruhr ihre Bewerbung offiziell einreichen.

Am 26. September entscheidet der DOSB, welcher der vier deutschen Kandidaten - neben NRW auch München, Hamburg und Berlin - ins internationale Rennen geschickt wird. Die endgültige Vergabe der Spiele für 2036, 2040 oder 2044 soll voraussichtlich im kommenden Jahr erfolgen.

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Bewerbung mit politischem Rückenwind

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Auch politisch wird das Ergebnis als starkes Signal gewertet. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst sprach von einem historischen Moment: „Ein historischer Rückhalt für eine Bewerbung Deutschlands um Olympische und Paralympische Spiele kommt heute Abend aus Nordrhein-Westfalen.“

Die breite Zustimmung aus der Bevölkerung gilt damit als wichtiger Baustein für die weitere Bewerbung.

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Gute Chancen im nationalen Vergleich

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Die Zustimmung der Bevölkerung ist ein wichtiger Faktor im Auswahlverfahren, aber nicht der einzige. Auch Kosten, Organisation und internationale Erfolgsaussichten spielen eine zentrale Rolle.

José Narciandi, Leiter unseres Landtagsstudios schätzt die Lage so ein: „NRW hat dabei durchaus gute Karten und liegt im oberen Drittel.“ Als stärksten Konkurrenten innerhalb Deutschlands sieht er München.

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Starke internationale Konkurrenz

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Selbst wenn sich NRW national durchsetzt, wartet auf internationaler Ebene starke Konkurrenz. Länder wie Katar, Saudi-Arabien oder Indien haben bereits Interesse signalisiert, ebenso könnte Südafrika eine Rolle spielen.

In Europa gilt vor allem Madrid als möglicher Mitbewerber. Entsprechend schwierig dürfte es werden, sich am Ende gegen die anderen Bewerbungen durchzusetzen.

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Details der Bewerbung müssen noch geklärt werden

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Trotz der breiten Zustimmung gibt es noch offene Fragen. Dass in Herten die nötige Beteiligung verfehlt wurde, gilt als Makel für die Bewerbung und bedeutet, dass die Organisatoren nun Lösungen finden müssen: Herten war zusammen mit Recklinghausen mit der Halde Hoheward als Austragungsort für die Sportart Mountainbike in der ursprünglichen Planung.

„Bis zur Abgabe Anfang Juni gibt es noch einiges zu tun“, sagt Narciandi. Es müsse jetzt geklärt werden, wo die Mountainbike-Wettbewerbe stattfinden sollen. Möglich ist, dass eine der 16 JA-Städte dafür in Frage kommt. Möglich ist aber auch, dass Recklinghausen dafür in Frage kommt. Recklinghausen und Herten wollten zuerst zwar gemeinsam Austragungsort werden. Denkbar wäre, dass nun Recklinghausen alleine seinen Hut in den Ring wirft - hier hatte es eine Zustimmung von 72,85% gegeben.

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Kritik an Kosten und Umweltfolgen wächst

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Trotz des positiven Votums gibt es auch kritische Stimmen. Der Landesvorsitzende des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) NRW, Holger Sticht, fordert ein Umdenken: „Der Ministerpräsident ist gut beraten, die Notbremse zu ziehen und das Konzept zu überarbeiten.“

Zwar sei die hohe Wahlbeteiligung ein gutes Zeichen, doch gerade in Köln – der sogenannten „Leading City“ – sei die Zustimmung vergleichsweise schwach ausgefallen. Kritiker verweisen zudem auf offene Fragen zu Umweltfolgen, Flächenverbrauch, Verkehrsbelastung und Kosten. Sie fordern unter anderem den Verzicht auf Neubauten, eine umfassende Umweltprüfung und eine transparente Kosten-Nutzen-Rechnung für alle beteiligten Kommunen.

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Quellen:

Recherche

dpa

Details aus Pressekonferenzen

Stellungnahme Ministerpräsident

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