
Polizei ermittelt gegen Sportfreunde-Ultras
Viele Ultras der Sportfreunde Siegen sind dem Heimspiel gegen den FC Gütersloh am Samstag (18.04.) ferngeblieben. Grund für den Boykott waren polizeiliche Durchsuchungen bei Mitgliedern der Ultras am selben Morgen.
Veröffentlicht: Dienstag, 21.04.2026 03:27
Der Einsatz sorgt nun für Diskussionen zwischen den Ultras und den Ermittlern.
Razzia in der Fanszene
Am Samstagmorgen (18.04.) durchsuchte die Polizei zwei Objekte im Siegener Stadtgebiet. Die von einem Richter abgesicherte Aktion richtete sich gegen einen 32-jährigen Mann und ein Vereinsheim der Ultras, bestätigt uns ein Polizei-Sprecher auf Nachfrage von Radio Siegen. Hintergrund sei ein gewaltsamer Vorfall nach einem Spiel in Oberhausen in der Vorwoche. Zurück in Siegen sollen bis zu 30 teils maskierte Personen andere Fans gezielt angegriffen haben. Zwei Menschen wurden bei dieser Attacke verletzt und es besteht der Verdacht eines Raubdeliktes. Die Beamten stellten bei der Durchsuchung verschiedene Beweismittel für das weitere Verfahren sicher.
„Es handelt sich nicht um einen „Dummen-Jungen-Streich“ oder um ein rechtskonformes Agieren im Rahmen einer Fankultur.“ - Stefan Pusch, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein.
Reaktion der Anhänger
Die Ultras der Sportfreunde reagierten prompt auf die polizeilichen Maßnahmen. Sie entschieden sich kurzfristig dazu, nicht zum Spiel ins Leimbachstadion zu gehen. Bei Instagram kritisierten die Fans das Vorgehen der Polizei am Spieltag als unverhältnismäßig. Die Gruppe gab an, durch ihr Fernbleiben weitere Eskalationen im Stadion verhindern zu wollen. Der gewohnte Support im Block F11 fehlte deshalb während der gesamten Partie komplett. Trotz der Spannungen bedankten sich die Fans beim Verein für den bisherigen Austausch.
Lage am Stadion
Abgesehen von der leeren Fankurve blieb es rund um das Stadion weitestgehend ruhig. Die Polizei meldete keine größeren Zusammenstöße mit den mitgereisten Gästen aus Gütersloh. Lediglich eine Sachbeschädigung auf einer Toilette wurde am Ende des Spieltags registriert. Dort hatten Unbekannte Graffiti hinterlassen, was nun von den Behörden weiter untersucht wird. Verein und Polizei bleiben trotz der aktuellen Vorfälle weiterhin in einem engen Austausch, heißt es vonseiten der Polizei. Die Ermittlungen zu den Gewalttaten der vergangenen Woche dauern unterdessen weiter an.