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Ein Vizsla wird von einem Mann auf dem Sofa gestreichelt
© Monique Wüstenhagen/dpa-tmn
Im Kontakt mit Tieren schüttet unser Körper Oxytocin aus. Dieser Effekt kommt tiergestützten Therapien zugute.
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Wie können Tiere der Seele helfen?

Ob Hund, Pferd oder Esel: Tiere können in Therapien unterstützen – doch nicht jedes Angebot ist seriös. Worauf man achten sollte.

Veröffentlicht: Montag, 16.02.2026 23:05

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Psychologie

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Bonn (dpa/tmn) - Der Kontakt mit Hunden, Pferden oder Alpakas kann in der Behandlung von Depressionen, Angststörungen oder Demenz positive Effekte erzielen. Welche Chancen tiergestützte Therapien bieten und wo die Grenzen sind - Antworten auf wichtige Fragen im Überblick:

Was ist tiergestützte Therapie?

Unter tiergestützter Therapie versteht man eine geplante und zielgerichtete therapeutische Maßnahme, bei der speziell ausgebildete Tiere fester Bestandteil der Behandlung sind. Sie wird von qualifizierten Fachkräften – etwa aus der Psychotherapie, Ergotherapie oder Physiotherapie – durchgeführt und verfolgt konkrete, dokumentierte Therapieziele. 

Der Begriff «tiergestützte Therapie» ist zwar rechtlich nicht geschützt, fachlich jedoch etwa durch Fachverbände definiert. Übergeordnet spricht man von «tiergestützten Interventionen». Dazu zählen neben der Therapie auch pädagogische Angebote und tiergestützte Aktivitäten, bei denen Tiere etwa in Schulen oder Pflegeeinrichtungen eingesetzt werden – ohne dass eine therapeutische Behandlung im engeren Sinne stattfindet.

Wann kann die Therapie mit Tieren helfen?

Viele Menschen empfinden den Kontakt mit Tieren in einer Therapie als unterstützend. Wissenschaftliche Studien liefern Hinweise darauf, dass sich im Rahmen tiergestützter Therapie zum Beispiel Verbesserungen bei Depressionen, Angststörungen oder Stresssymptomen beobachten lassen. Auch bei Autismus oder Demenz gibt es Studien, die darauf hindeuten, dass Tiere helfen können, mehr Ruhe zu finden, die Stimmung zu stabilisieren oder soziale Kontakte zu erleichtern.

Erklärt werden die positiven Effekte unter anderem mit der Wirkung von Hormonen. Studien zeigen, dass Menschen im Kontakt mit Tieren – etwa beim Streicheln – das Hormon Oxytocin ausschütten. Das Hormon steht mit Bindung, Vertrauen und Stressreduktion in Verbindung.

«Wenn wir derart entspannt sind, können wir schneller eine vertrauensvolle Beziehung aufbauen oder mehr Motivation aufbringen», sagt Andrea Beetz. Sie ist Professorin für Heilpädagogik an der IU Internationale Hochschule und Präsidentin der International Society for Animal Assisted Therapy (ISAAT). Diese positive Grundstimmung kann zum Beispiel dazu beitragen, dass Patientinnen und Patienten neuen Erfahrungen aufgeschlossener oder mit weniger Ängsten begegnen.

Teils sollen mittels tiergestützter Therapie – etwa im Kontakt mit Pferden – auch Kommunikation, Sozial- und Lernverhalten, das Selbstwertgefühl oder soziale Kompetenzen gefördert werden.

Wie gut eine tiergestützte Therapie oder Intervention wirkt, hängt auch vom individuellen Charakter des Tieres und der Beziehung zwischen Therapeut und Klient ab. Stimmen die Grundvoraussetzungen, lasse sich manches schneller bewältigen als in reiner Therapie ohne Tier, so Diplom-Psychologin Beetz.

Welche Tiere eignen sich? 

In tiergestützten Therapien kommen häufig Hunde und Pferde zum Einsatz. Aber auch Esel, Alpakas und Lamas können bei tiergestützten Interventionen unterstützen. Es gibt nicht zuletzt Angebote mit Ziegen, Schafen oder Schweinen, zum Beispiel auf Bauernhöfen. 

Grundvoraussetzung ist die Einhaltung von Tierschutzrichtlinien. Auch ethische Aspekte spielen beim Einsatz in Therapiesettings eine Rolle. Aus Sicht des Deutschen Tierschutzbunds sind etwa kleine Heimtiere wie Kaninchen und Meerschweinchen nicht für die Therapie geeignet. Zumindest, wenn es darum geht, sie anzufassen und nicht nur zu beobachten. Werden Kaninchen oder Meerschweinchen hochgehoben, ist das für die Tiere meist purer Stress.

Wo finde ich seriöse Angebote?

Beim Bundesverband Tiergestützte Intervention oder den Dachverbänden ISAAT und ESAAT (European Society for Animal Assisted Therapy) sind Anbieter mit entsprechender Grund- und Zusatzausbildung aufgeführt. 

«Achten Sie immer auf den Grundberuf, also etwa einen staatlich zugelassenen Ergotherapeuten, der eine Zusatzausbildung für seinen therapeutischen Tiereinsatz hat», rät Andrea Beetz. Am besten habe der Therapeut oder die Therapeutin schon einige Jahre ohne Tier gearbeitet und sei routiniert genug, um sich auf das Tier konzentrieren zu können. Das ist wichtig, um auf Stresssignale des Tieres achten, ihm ausreichend Pausen gönnen und Rückzugsorte bieten zu können.

Außerdem sollte es ein Hygiene- und Transportkonzept und Vorkehrungen für eventuelle Unfälle geben. Gewerbliche Anbieter müssen eine tierartspezifische Sachkunde nachweisen können.

Wie finde ich heraus, ob mir das Konzept helfen kann?

Besprechen Sie am besten mit dem Anbieter oder Therapeuten Ihrer Wahl, was möglich ist. «Viele sind mit Herzblut dabei und bereit zum Dialog», sagt Beetz. Häufig muss eine erste Teststunde jedoch selbst bezahlt werden.

Was kostet diese Form der Therapie?

Die Kosten können je nach Angebot stark variieren. Bei tiergestützten Interventionen handelt es sich in der Regel nicht um anerkannte Therapieverfahren. In der Regel übernimmt die Krankenkasse Beetz zufolge nur die Kosten für eine reguläre Psycho- oder Physiotherapie. Die zusätzlichen Kosten für den Einsatz des Tieres werden häufig nicht erstattet. 

Hinter größeren Instituten, die beispielsweise Hippotherapie anbieten, stehen häufiger Fördervereine, die Kosten teilweise mit Hilfe von Spenden übernehmen.

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© dpa-infocom, dpa:260216-930-696331/1
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Therapie-Alpakas und Lamas im Seniorenheim
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Alpakas bringen vielen Menschen Freude: Im Rahmen von tiergestützten Interventionen werden die Tiere deshalb auch in Pflegeeinrichtungen eingesetzt.
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